E-Learning im Krankenhaus: das E-Hospital Projekt
E-Learning
im Krankenhaus ist noch ein sehr neues Thema, besonders wenn man die Zielgruppe der
Erwachsenen betrachtet. Eine Ist-Stand-Analyse,
die wir im Rahmen des Projektes eHospital mittels Internet-Recherche durchgeführt hatten zeigte,
dass es im Deutschen und Englischen Sprachraum derzeit kaum derartige Lernangebote gibt. Wir befinden uns
diesbezüglich wie es scheint noch in einer Pioneer-Phase. Die Bedingungen für die Realisierung derartiger
Lernangebote sind auch denkbar schwierig. Nicht nur dass PatientInnen mit
schweren oder teilweise schwersten Krankheiten eine herausfordernde Zielgruppe
darstellen, so sind auch die Rahmenbedingungen in Krankenhäusern alles andere als
optimal. Das zeigen erste Ergebnisse der Evaluation des von der EU geförderten
Projektes eHospital. Das Projekt hat das Ziel, E-Learning
Curricula für erwachsene stationäre PatientInnen im Krankenhaus zu
entwickeln und zu erproben. Projektpartner sind aus Spanien, Deutschland, Frankreich, Polen, Deutschland und Österreich. Koordinator ist Holger Bienzle von die Berater in Wien. Die Evaluation des Projektes hat das IMB über - bzw. genauer gesagt ich selbst...
Zunächst stellt sich die Frage, welches Ziel Weiterbildungsangebote im Krankenhaus verfolgen. Gemeint sind Lernangebote, die über krankheitsspezifische Themen und spezifische Therapien hinausgehen und Themen behandeln, die für die PatientInnen nach der Entlassung von Bedeutung sind. Nun, die grundlegende Idee ist, dass PatientInnen, die lange Zeit im Krankenhaus verbringen müssen, von ihrem „normalen Leben“ abgeschnitten und in gewisser Weise isoliert sind. Sie sind gefangen im der Krankenhaus-Routine und haben kaum Möglichkeiten zu Kontakten nach außen. Wichtige Ziele von Lernaktivitäten sind daher neben dem Erwerb von neuem Wissen und neuen Fertigkeiten die soziale Integration und persönliche Weiterentwicklung der PatientInnen.
Die zweite
Frage, die sich stellt ist, welchen Mehrwert E-Learning hier bringen könnte.
Nun, zum einen könnte die Flexibilität von E-Learning, die Möglichkeit zeit-
und ortsunabhängig zu lernen einen Mehrwert bringen. Viel wichtiger aber
erscheint darüber hinaus noch die Möglichkeit, mittels ICT Kontakte „nach
draußen“ zu pflegen, sei es Tutoring oder gemeinsame Lernaktivitäten mit Peers.
Dies könnte wiederum die soziale Integration fördern. Das waren die Vorüberlegungen
des eHospital Projektes.
Im Vorfeld der Curricula-Entwicklung wurde von den Projektpartnern jeweils eine Input-Evaluation durchgeführt, um die Realisierbarkeit der Curricula in den jeweiligen Partnerkrankenhäusern abzuschätzen. Die Themen für die eHospital Curricula wurden an die entsprechenden
Patientengruppen und deren Bedürfnisse angepasst und anschließend entwickelt und implementiert. Nur um drei Beispiele zu nennen - erprobt wurden u.a. folgende Kurse: Personal web-publishing für Burn Out Patienten, ICT für Patienten mit schweren Rückenmarksverletzungen und Berufsorientierung für jugendliche Patienten mit schweren Krankheiten wie Gehirntumor oder Herzerkrankungen.
Erste
Ergebnisse der Evaluation zeigen eine erfolgreiche Absolvierung trotz teilweise massiver gesundheitlicher Probleme, im Durchschnitt eine hohe Zufriedenheit der TeilnehmerInnen und einen direkten Nutzen für die PatientInnen. Die technischen und organisatorischen Bedingungen im
Krankenhaus hingegen waren teilweise problematisch und hinderlich für eine erfolgreiche Durchführung der Kurse.
Erste Ergebnisse der Evaluation habe ich im Oktober auf der E-LEARN Konferenz
in Québec sowie auf der DeGEval Tagung in Dresden vorgestellt. Details
sind im Konferenzpaper zur E-LEARN (wird demnächst unter diesem Link in der EdITLib publiziert mit dem Titel: E-Learning in Hospitals: A Project with Young Adult Patients) sowie
im Poster auf der DeGEval Jahrestagung zu finden. Die
Auswertung der Evaluationsdaten ist „in progress“.
Im Entstehen ist auch
ein Buchbeitrag zur „Evaluation of E-Learning Activities in Hospitals“ im Rahmen eines Handbuchs für Praktiker, das Mitte kommenden Jahres erscheinen wird.
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