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E-learning im Englischunterricht

by Martin Sankofiposted at 2007-06-30 23:22 last modified 2007-06-30 23:22

Die e-LISA academy widmet im aktuellen Juni 2007 Newsletter dem Thema Sprachen ein elegantes Dossier. Unter anderem hat auch Mag. Walter Steinkogler vom Abendgymnasium in Salzburg nach einem Interview, das wir im Rahmen meiner Masterthese (Thema: Erstellung eines Curriculums für ein CP Kurs  für FremdsprachenlehrerInnen) gemeinsam geführt haben, einen Artikel über E-learning im Englischunterricht beigesteuert. Mag. Steinkogler hat freundlicherweise zugestimmt, den Artikel auch hier auf dem bildungstechnologie.net Portal zu veröffentlichen. Im folgenden der Artikel.


Das gesamte e-LISA Sprachen Dossier ist unter diesem Link aufrufbar


E-Learning im Englischunterricht (walter.steinkogler@schule.at )



Englisch ist ein Gegenstand, der nie unter Mangel an digitalen Lernobjekten litt, sondern eher unter dem unübersichtlichen Überangebot, da ja die ganze Welt Englisch lernen will. Darüberhinaus haben sich Sprachlehrerinnen in Österreich schon vor bald 20 Jahren unter dem Schlagwort CALL (Computer Assisted Language Learning) in sogenannten „Trägerfächerseminaren“ mit der Erstellung von interaktiven Lernobjekten mit „drill & practice“-Charakter beschäftigt. Insider werden bei „Wida-Software“ und Programmen wie „Gapmaster“, „Matchmaster“ oder „Storyboard“ an die Zeiten des elektronischen Faustkeils denken, als Computer noch keine Festplatte hatten, die Englischlehrerinnen sich aber bereits mit der Integration des Computers in den Englischunterricht beschäftigten.

Bringt E-Learning nur „Mehr-Arbeit“ oder hat es auch einen „Mehrwert“?

Die Frage des Mehrwerts von Internet und E-Learning im Gegenstand Englisch hat viele Facetten, sowohl für die Lernenden, als auch für die Lehrenden. Beginnen wir bei den Lehrenden. Die übliche Vorbereitung bestand aus dem Kopieren und Adaptieren von Texten und Übungen aus Büchern und Zeitschriften. Treffpunkt der Lehrer war der Kopierer, bewaffnet mit Schere und Kleber. Aus der Schere wurde „copy, cut & paste“ und geklebt wird in der Lernplattform, derzeit zumeist in MOODLE, wo die ausgewählten Lernobjekte zu einer Lerneinheit mit methodisch-didaktischem Bindfaden vernäht zu einer Lerneinheit verwoben werden. Gesucht wird im Internet und wer die Search-Syntax einer Suchmaschine wie Google beherrscht, findet fast alles was es im Internet gibt, und das in durchwegs guter Qualität. Dazu kommt die Aktualität und Authentizität der fremdsprachigen Materialien, sowie die Multimedialität, denn was außer Texten konnte man schon für die Schülerinnen kopieren? Die Nachrichten auf Englisch in Ö1 um 8h05 waren das aktuellste „Hörbeispiel“, das man früher gratis aufnehmen konnte. Heute stellen praktisch alle Zeitungen sowie Rundfunk- und Fernsehanstalten Podcasts (Soundfiles) und Videos gratis zur Verfügung; d.h. Originalsprache mit aktuellsten Informationen rund um die Uhr.

Weiters sollte man zwischen Printmaterial und interaktiven Übungen unterscheiden, denn bei aller Euphorie über das technisch Mögliche dürfen wir nicht übersehen, dass noch lange nicht in jeder Klasse Internet und Beamer zur Verfügung stehen beziehungsweise die Computerräume häufig während der Englischstunde nicht verfügbar sind. Deshalb sind gute Arbeitsblätter sehr begehrt, also das Learning Object for download and print.

Der Mehrwert der interaktiven Übung, die unmittelbares Feedback gibt und die Übenden korrigiert – ohne öde Korrekturarbeit durch die Lehrenden – entfällt leider beim Arbeitsblatt. Die interaktive Übung am Computer, hat aber noch weitere Vorteile. Lernschwache Schüler, stellte Prof.Kettemann von der Universität Graz schon in den 90er Jahren fest, profitieren am meisten von der beliebigen Wiederholbarkeit der interaktiven Übungen ohne sich vor der Klassenöffentlichkeit zu blamieren. Und für die ganz Flinken, die schon wieder „fertig“ sind, lassen sich rasch neue Herausforderungen finden in Form von Webquests oder schwierigeren Übungen. Also die Binnendifferenzierung ist mit Internet und E-Learning entschieden leichter zu bewerkstelligen. Womit wir bereits beim Mehrwert für die Lernenden angelangt sind. Über die Lernplattform öffnet sich das Klassenzimmer in Richtung Eltern und Daheim. Übungen, Unterlagen, Hörbeispiel, Schularbeitenstoff etc. wird von zu Hause aus einsehbar und verfügbar, wobei nicht verschwiegen werden soll, dass sich damit viele Lehrende sehr schwer abfinden, mit dieser neuen Transparenz des Unterrichts. Andererseits lassen sich die üblichen Sprechstundensätze wie „Mein/e Sohn/Tochter lernt ja so viel!“ und „Was können WIR denn tun?“ mit Verweis auf die Inaktivität in der Lernplattform und die dort strukturierten digitalen Materialien rasch beantworten.

Das Organisieren und Strukturieren der Lernobjekte in einer Lernplattform ist sicherlich auch „Mehrarbeit“, aber spätestens wenn man die selbe Schulstufe wieder unterrichtet, zeigt sich der zusätzliche Mehrwert für den/die Lehrende/n in Form eines fertigen Kurses, der natürlich auf Grund der Erfahrungen weiter entwickelt wird, aber es liegt praktisch eine fertige Jahresstoffverteilung mit allen Unterlagen damit vor.

Wo finde ich digitale Lernobjekte? Brauche ich eine Lernplattform?

Das bm:ukk bietet den Lehrerinnen und Lehrern mit den Gegenstandsportalen von Fachkollegen vorsortierte und fachorientiert aufbereitete unterrichtsspezifische Informationen und e-Content. Das Gegenstandsportal Englisch findet man unter http://e.schule.at . Neben den „News“ auf der Startseite und den „Themen“ wie derzeit „Projektwoche England“, „Podcasts and Streams for English Teaching“ in der Kopfzeile findet man unter „Kategorien“ einen weit verzweigten Kategorienbaum, der neben der viel besuchten „Grammar“, Landeskunde unter „Cultural Studies“, Wortschatz unter „Vocabulary“ auch den Bereich Didaktik aufweist, wo sich viele Unterlagen und Links zu Themen des praktischen Unterrichts finden. Neben Lesson Plans und diversen „Ideas on how to teach/use …“ gibt es Links und Unterlagen zu Webquests, Podcasts und Neuen Medien im Unterricht allgemein. Wer andere Server und Portale für Englisch sucht, findet diese in der Kategorie „ESL/EFL Resources“. Wer spezielle Belohnungen für die Schülerinnen sucht, findet in der Kategorie „Edutainment“ spielerische Simulationen und animierte Geschichten und Lernobjekte, die zeigen, was E-Learning alles kann und sein kann. Die Lernplattform dient dem Sammeln und Strukturieren der Lernobjekte, die mit entsprechenden Hinweisen und Aufgaben versehen, den Schülerinnen Lernpfad und Lernumgebung bietet, unabhängig von Zeit und Ort verfügbar.

Linktipps als Appetizer

Die unvermeidliche Grammatik lässt sich durch Printmaterial von BBC einfach ergänzen. Unter http://www.bbc.co.uk/skillswise/ finden sich unter „Format and Structure“ sogenannte Factsheets mit Erklärungen, sowie Quizzes und Worksheets. Wer Grammatik am Computer für junge Lerner sucht, wird bei kico auf Deutsch und Englisch unterwiesen. Die Grundgrammatik ist nach wie vor gratis zu haben, neue Lernobjekte sind kostenpflichtig. Aber das frei zugängliche Material ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Im Newsarchiv lassen sich Schätze aus den letzten Jahren heben, die früher auf der Startseite standen. Hier findet sich eContent aus allen Skillsbereichen. (http://www.schule.at/gegenstand/englisch/index.php?modul=news&all=1&showTITEL=News-Archiv)

Eine Übersicht über Sammlungen von Lernobjekten zu bestimmten Themen von Australien bis Shakespeare findet sich unter http://www.schule.at/gegenstand/englisch/index.php?modul=themen& .

Wer das Thema „Wetter“ mit einer Simulation aufbereiten will, der findet bei Edheads interessante Aktivitäten. (http://www.edheads.org/activities/weather/)

Nach der Verlinkung der Inhalte, sollten wir daran gehen die Englischlehrerinnen und Lehrer zu verlinken. Was sonst sollte die Aufgabe von „Social Software“ sein. So könnten die Englischlehrer und Lehrerinnen am Web 2.0 mitstricken und sich untereinander vernetzen.

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