Open Document Standards und das Problem mit Word
Anfang Februar musste Microsoft in seinem Bemühen, das neue Word-Format als internationalen Standard anerkennen zu lassen, einen Rückschlag verzeichnen. 19 von 30 Mitgliederstaaten der ISO (International Organization for Standardisation) brachten Bedenken dagegen ein. ODF (Open Document Format) - das Standardformat von OpenOffice.org - bleibt somit vorerst das einzige frei verfügbare und international anerkannte Dokumentenformat.
Obwohl Microsofts Word mit einem Marktanteil von etwa 90% den Markt bestimmt und damit quasi die Norm darstellt, ist nüchtern betrachtet das Word-Document-Format nur ein proprieäteres Format einer amerikanischen Firma, welches sich auch nicht an internationale Normen hält. Dieser Zustand ist für Behörden, Archivare und aus Sicht des Datenschutzes unzumutbar. Zahlreiche Regierungen und auch die Europäische Kommission haben daher schon 2004 die Entwicklung eines neuen offenen Dokumentenstandards begrüßt.
Als Erfolg dieser Bemühungen wurde im November 2006 ODF (Open Document Format) als internationaler Standard (ISO/IEC 26300) spezifiziert. Dieses Format wird mittlerweile von zahlreichen Programmen unterstützt, z.B. OpenOffice, StarOffice, NeoOffice, GoogleText, Typo3, u.a.m., nicht jedoch von Micorosoft.
Microsoft versuchte seinerseits sein neues Format für Office 2007 als internationalen Standard zu etablieren, ist damit aber vorerst abgeblitzt. Innerhalb der Begutachtungsphase bis 7. 2. 2007 haben unter anderem Japan, Großbritanien, Frankreich, Deutschland, Canada und Indien Bedenken und Einwände dagegen eingebracht. Hauptvorwurf ist, dass das Format auf 6000 Seiten so komplex und verwirrend beschrieben ist, dass wahrscheinlich wiederum nur Microsoft selbst es implementieren wird können.
ODF bleibt daher bis auf weiteres der einzige wirklich freie und offene Standard für Office-Dokumente. Einige Regierungen in Europa wollen daher ODF möglichst rasch als Standard für alle Behördendokumente innerhalb des eigenen Landes aber auch EU-weit etablieren, so etwa Belgien und Frankreich. Da MS-Word dieses Format derzeit aber weder lesen noch schreiben kann, könnte das zu einer Marktverschiebung hin zu OpenOffice führen, vor allem auch weil letzteres im Unterschied zu MS-Word gratis ist.
Persönliches Fazit: Es schadet sicher nicht, gelegentlich auch OpenOffice zu probieren.
PCWorld : Microsofts Open XML Scrutinized
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Wikipedia : OpenDocument
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- Open Source

Bis Microsoft es schafft, eine "saubere und schlanke" Spezifikation zu liefern, möchte ich deshalb Ihrem Fazit hinzufügen: bitte OO nicht nur gelegentlich ausprobieren, sondern umsteigen!
Ich selbst bin vor etwa zwei Jahren gewechselt und habe es nicht bereut! Ich hatte anfangs Bedenken wegen meiner zahlreichen "alten" Word-Dokumente, jedoch ist die Importfunktion mittlerweile so ausgereift, dass kaum mehr Formatierungsprobleme auftreten, selbst bei komplizierter aufgebauten Dokumenten.
Weitere Vorteile von OO:
- kaum Umstellungsprobleme vom Handling her gegenüber Word
- direkter PDF-Export ohne teure Adobe-Software
- sauberer, standardkonformer HTML-Export zum Speichern von Dokumenten für das Web
- schlanke, absturzsichere Dokumente auch bei hohen Seitenzahlen mit vielen Grafiken
Und das alles ohne Lizenzgebühren ...
tex ist in dvi, ps und pdf konvertierbar.
Großer Vorteil dabei ist, dass man sich ZUERST die Struktur des Artikels überlegen muss und die entsprechende Layoutierung dann automatisch passiert. Tabellen und Grafiken können in Float-Umgebungen eingebunden werden und werden dann automatisch nach einem Algorithmus berechneter passender Stelle eingefügt.
Für längere Reports ein Riesenvorteil ist die Verwaltung eines Gesamtdokuments als Projekt, das ein Masterfile und viele Unter-Files (z.B. einzelne Kapitel oder auch nur einzelne Tabellen enthält, die dann bei der Konvertierung an der richtigen Stelle eingefügt werden).